Rally Dakar Etappe 5

9. Januar 2014
Giniel- und Genie-Streich – #302 „Dakar“-Tageszweite
Tucumán, 09. Januar 2014 Verrückt, verrückter, „Dakar“ – die Favoriten straucheln, die #302 erlebt eine Sternstunde. Und nimmt das „Projekt Podium“ wieder auf. Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz sind hauchdünn am ersten Tagessieg bei der Rallye Dakar seit ihrem Umstieg auf den Toyota Hilux „,made in South Africa“ vorbeigeschrammt. Vier Minuten und 20 Sekunden fehlten zum ganz großen Wurf – an einem Tag, an dem die Favoriten Rückstände in XXL-Form hinnehmen mussten. Von Chilecito nach Tucumán überschlugen sich kurz vor Ende des ersten von zwei Teilabschnitten die Ereignisse.

In den Dünen festgefahren der eine, Navigationsfehler im Dutzend für die anderen – sowohl Fahrer als auch Beifahrer musste heute hellwach sein. #302-Bedingungen. „GdV“ und „DvZ“ fanden aus einer kniffligen Wegsituation, in der alle Spitzenduos den Weg suchten, mit am schnellsten heraus. Obwohl sie zwei Plattfüße im ersten Abschnitt und ein Bremsproblem auf den letzten 50 Kilometern für Zeitverlust sorgten, verbesserten sich de Villiers/von Zitzewitz im Gesamtklassement um einen Position. Nach fünf Tageswertungen sind sie Fünfte, weniger als zehn Minuten hinter Platz drei – im Kampf um einen Podestplatz bleiben „GdV“ und „DvZ“ in Schlagdistanz. Danach hatte es vor dem Start der fünften WP gar nicht ausgesehen – nach kleineren technischen Problemen mit dem Hydrauliksystemen war die #302 bereits an den ersten vier Tagen weit zurückgefallen.
Die fünfte Etappe führte am Donnerstag zunächst über absolutes „Dakar“-Neuland. Die kurzen, sehr weichen Dünen im ersten Abschnitt bewältigte das Teilnehmerfeld ganz nach Plan. Ein 14 Kilometer langer Dünenabschnitt und weitere Offroad-Abschnitte machten es Fahrern und Navigatoren schwer. Kamelgras-Bewuchs, noch mehr weicher, sandiger Boden und vor allem die zahlreichen zu durchquerenden Flussbetten stellten im zweiten Teil der Etappe die Teams vor Herausforderungen. Wie schon 2013 musste die Etappe rund um Tucumán verkürzt werden und endete nach 428 Kilometern.
Die Zitate
„Ein heftiger Tag. Wir hatten heute im ersten Teil zwei Plattfüße, die wir wechseln mussten und haben Zeit verloren. Doch Dirk hat heute einen echten Geniestreich hingelegt und uns dort, wo alle nach dem Weg suchten, mit am schnellsten herausgeführt. Wir hätten noch mehr Zeit gutmachen und die Etappe wohl gewinnen können, wenn wir am Ende nicht noch ein Bremsproblem bekommen hätten. Die letzten 50 Kilometer hatten wir etwa nur zehn Prozent der Bremsleistung. Das ist off-road nicht gerade sexy. Doch alles in allem war es ein guter Tag für uns.“
Giniel de Villiers nach Etappe 05
„Diese ‚Dakar‘ ist so ereignisreich wie lange keine mehr. Wenn man bedenkt, mit was wir heute zu kämpfen hatten und man das Ergebnis betrachtet, bleiben gemischte Gefühle. Das Gute: Wir sind wieder da, wir kämpfen wieder mit ums Podium. Leider haben wir immer wieder mit kleineren technischen Problemen zu kämpfen – das fühlt sich nicht so gut an. Aber wir haben dennoch den Rückstand auf die Konkurrenz deutlich verkürzt, weil Giniel heute einfach klasse gefahren ist. Ich selbst durfte heute auch etwas zum Erfolg beitragen und habe schnell einen Ausweg aus einer Wegsituation gefunden, in der alle Topteams einen Wegpunkt nicht gefunden haben. Nur Michel Périn hat ‚Nani‘ Roma dort besser herausmanövriert. Heute haben also Giniel und ich selbst eine sehr gute Leistung gezeigt. Darauf sind wir stolz.“
Dirk von Zitzewitz nach Etappe 05
 
 
Das Ergebnis: Rallye-Dakar-Gesamtwertung nach Etappe 05
01. Joan Roma/Michel Périn (E/F), Mini, 19:21,54 Std.
02. Nasser Al-Attiyah/Lucas Cruz (Q/E), Mini, 19:48.22 Std.
03. Orlando Terranova/Paulo Fiuza (RA/P), Mini, 19:53.40 Std.
04. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (F/F), Mini, 20:01.53 Std.
05. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D), Imperial Toyota, 20:03.18 Std.
06. Carlos Sainz/Timo Gottschalk (E/D), SMG, 20:21.37 Std.
Das kommt: Vorschau auf Etappe 06
Tucumán–Salta (Prüfung: 424, Verbindung: 270 km)
„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, lautet das Motto der sechsten Etappe. Denn vor dem Ruhetag müssen sich die Teams noch einmal richtig ins Zeug legen. Von Tucamán macht sich das Teilnehmerfeld nach Norden auf, durchquert auf der Ruta 40 eine der schönsten Landschaften Argentiniens. Doch was Touristen zum Verweilen einlädt, bedeutet für die Fahrer Schwerstarbeit. Viele Tempowechsel, schmale Pisten, endlos viele Büsche und Sträucher sowie zahlreiche Steine – nach den 624 Kilometern am Freitag haben sich die Crews etwas Erholung redlich verdient. „GdV“ und „DvZ“ rechnen sich in diesem Geschlängel mit ihrem Imperial Toyota Hilux gute Chancen aus.

 

#302, Fahrtrichtung links: Giniel de Villiers
Wenn es eine Vielseitigkeitsauszeichnung im Motorsport geben würde, Giniel de Villiers wäre ein heißer Kandidat auf den Sonderpreis für das Lebenswerk. Der sympathische und bodenständige Rennfahrer aus Stellenbosch/Südafrika feierte fünf nationale Meistertitel im Tourenwagen-Sport Südafrikas, besiegte dabei unter anderem seinen späteren Teamchef im Volkswagen-Werksteam Kris Nissen und weitere europäische Top-Stars, bevor er in den Marathon-Rallyesport wechselte. Giniel de Villiers bezeichnet sich selbst als „outdoorsy person“, den es stets an die frische Luft zieht. Egal, ob mit dem Jetski oder dem Mountainbike, Giniel de Villiers ist deshalb immer „in Action“. Doch sportlich wie privat ist dabei kluge Besonnenheit ein absolutes Markenzeichen von „Ginny“. Seine Vita weist deshalb auch beim zweiten Karriere-Weg abseits befestigter Straßen und permanenter Rennstrecken Herausragendes aus: Gemeinsam mit seiner Beifahrerin Tina Thörner (S) belegte er mit Volkswagen anno 2006 Rang zwei bei der Rallye Dakar – ein Meilenstein, denn nie zuvor hatte ein Duo mit Diesel-angetriebenem Fahrzeug eine bessere Platzierung erreicht. Ausgerechnet bei der ersten Rallye Dakar außerhalb des Schwarzen Kontinents gelang 2009 der absolute Durchbruch, unterstützt von Co-Pilot Dirk von Zitzewitz: Gemeinsam feierte das Duo einen historischen Erfolg: Den ersten Sieg eines Afrikaners, den ersten eines Diesel-Automobils und den ersten in Südamerika überhaupt.

 

#302, Fahrtrichtung rechts: Dirk von Zitzewitz
Er ist nicht nur sprichwörtlich als Navigator geboren. Dirk von Zitzewitz erblickte das Licht der Welt an dem Ort, der ihm seit Jahren ein sportliches Zuhause ist: auf dem Beifahrersitz. Der aus Ostholstein stammende Co-Pilot gilt als einer der Besten seines Fachs. 2009 gewann er als Beifahrer gemeinsam mit Giniel de Villiers die erste jemals in Südamerika ausgetragene Dakar. Neuland? Für Dirk von Zitzewitz abseits befestigter Straßen der ideale Ort, sein instinktives Gespür zu zeigen, stets den richtigen Weg zu finden. Der Erfolg und sein Renommee in der Szene sind keineswegs Zufall: Schon als Teenager spielte Zitzewitz mit einem Kumpel und einem klapprigen alten Moped „Dakar“. Damals war das Event jung und international unbedeutend, zog den Offroad-begeisterten Norddeutschen jedoch bereits magisch an. Dirk von Zitzewitz gewann 15 Mal den Titel des Deutschen Enduro-Meisters, ehe er dreimal die Dakar auf dem Motorrad bestritt. Seit 2002 ist er mit unterschiedlichen Fahrern als Co-Pilot bei der Mutter aller Wüstenrallyes angetreten. 2012 schloss sich für Zitzewitz der Kreis: Zehn Jahre zuvor war er erstmals im Automobil angetreten – ebenfalls mit einem privat eingesetzten Toyota. 2014 geht die Kombination De-Villiers-von-Zitzewitz-Toyota in die dritte Runde. Dazwischen liegt ein großer sportlicher Erfolg: Insgesamt schlagen elf Podiumsresultate, davon fünf Siege bei 33 Etappensiegen und 31 Führungstagen im Automobil zu Buche. Damit gehört Dirk von Zitzewitz schon heute zu den erfolgreichsten Marathon-Rallye-Beifahrern aller Zeiten.

 

Die „Dakar“ im TV

 

Donnerstag, 09. Januar 2014
23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 05. Etappe, Aufzeichnung vom Tage

 

Freitag, 10. Januar 2014
00:15 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 05. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
01:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 05. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
09:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 05. Etappe, Aufzeichnung vom Donnerstag (Wiederholung)
10:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 05. Etappe, Aufzeichnung vom Donnerstag (Wiederholung)
13:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 05. Etappe, Aufzeichnung vom Donnerstag (Wiederholung)
23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 06. Etappe, Aufzeichnung vom Tage

 

Samstag, 11. Januar 2014
00:15 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 06. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
01:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 06. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
10:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 06. Etappe, Aufzeichnung vom Freitag (Wiederholung)
23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, Zwischenbilanz am Ruhetag in Salta

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