Rally Dakar Etappe 1

5. Januar 2014
Von wegen Warm-up: holpriger „Dakar“-Start für die #302
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San Luis, 05. Januar 2014 Die „Dakar“, unerbittlich bereits auf den ersten Kilometern: Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz sind mit einem Zeitverlust von 15.57 Minuten in die Rallye Dakar 2014 gestartet. Schneller Rhythmus, Rallye-WM-ähnliche Route – die härteste Rallye der Welt forderte die Teilnehmer von Beginn an und ließ keine Zeit für Herantasten. Warm-up? Fehlanzeige. An ihrem ersten Tag im Wettbewerbsmodus seit der zurückliegenden 2013er-„Dakar“ ließen es „GdV“ und „DvZ“ zunächst mit dem gewohnt kontrollierten Risiko angehen. Die ersten 180 von insgesamt 5.522 WP-Kilometern führten über steinigen Untergrund – die haushohen Favoriten vom X-raid-Mini-Team waren dabei erwartungsgemäß stark in der Spitzengruppe vertreten. Drei ungewollte Zwischenstopps verhinderten jedoch, dass de Villiers/von Zitzewitz mit ihren direkten Gegner auf Augenhöhe blieben – die Servo-Lenkung des Hilux war ausgefallen, weil ein Dichtungsring defekt war. Was mit dem Toyota Hilux „made in South Africa“ ohne die Zwangspausen möglich gewesen wäre, zeigten die Hallspeed-Teamkollegen Leeroy Poulter/Rob Howie, die als Neunte ins Ziel kamen, nachdem sie die Etappe bereits angeführt hatten.
Die Tagesroute führte vom „Dakar“-Startort Rosario nach San Luis. Auf dem Weg westwärts in Richtung Anden stieg das Gelände während der 180 Kilometer langen Wertungsprüfung stetig an – auf knapp oberhalb der 2.000-Meter-Marke. Teilstücke der Etappe wurden bereits 2010 und 2011 befahren – in umgekehrter Richtung. Der Charakter? Ähnlich einer WP in der Rallye-Weltmeisterschaft. Um sich gezielt auf diese „Dakar“-Abschnitte vorzubereiten, hatte Giniel de Villiers in seiner Heimat Südafrika an Sprintrallyes teilgenommen.

 

Die Zitate
„Schlechter kann die ‚Dakar‘ eigentlich kaum beginnen. Uns ist schon nach 60 Kilometern die Servo-Lenkung ausgefallen und wir mussten drei Mal anhalten, um Öl nachzufüllen – bis wir keins mehr hatten. Es war für mich ein Höllenritt und ich habe ganz schön dicke Arme bekommen. Sei’s drum. In den kommenden Tagen werden wir versuchen, die verlorenen knapp 16 Minuten Stück für Stück wieder aufzuholen. Das ist aber alles andere als eine leichte Aufgabe.“
Giniel de Villiers nach Etappe 01

 

„Wir wussten, dass das heute kein Warm-up werden würde und wir von Beginn an hellwach sein mussten. Doch einen derart holprigen Start hatten wir nicht erwartet. Für die Probleme, die wir hatten, lief es eigentlich noch ganz gut, alles in allem war das aber ein ‚Dakar‘-Start zum Vergessen. Dennoch: Wir haben schon einmal mit über 40 Minuten hinten gelegen und am Ende noch gewonnen. Der Weg nach Valparaíso ist für alle noch lang. Und wir werden jetzt alles geben, um möglichst clever Zeit aufzuholen.“

Dirk von Zitzewitz nach Etappe 01
 
 
Das Ergebnis: Rallye-Dakar-Gesamtwertung nach Etappe 01
01. Carlos Sousa/Miguel Ramalho (P/P), Haval, 2:20.36 Std.
02. Orlando Terranova/Paulo Fiuza (RA/P), Mini, 2:20.47 Std.
03. Nasser Al-Attiyah/Lucas Cruz (Q/E), Mini, 2:21.23 Std.
04. Joan Roma/Michel Périn (E/F), Mini, 2:21,51 Std.
05. Carlos Sainz/Timo Gottschalk (E/D), SMG, 2:24.39 Std.
06. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (F/F), Mini, 2:24.57 Std.
07. Krzysztof Hołowczyz/Konstantin Zhiltsov (PL/RUS), Mini, 2:24.57 Std.
08. Christian Lavielle/Jean-Pierre Garcin (F/F), Haval, 2:26.18 Std.
09. Leeroy Poulter/Rob Howie (ZA/ZA), Imperial Toyota, 2:26.33 Std.
10. Erik van Loon/Wouter Rosegaar (NL/NL), Ford, 2:26.38 Std.
… Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D), Imperial Toyota, 2:36.33 Std.

 

Das kommt: Vorschau auf Etappe 02
San Luis–San Rafael (Verbindung: 304 km, Prüfung: 433 km, Verbindung: 62 km)
Jetzt wird’s schmutzig. Und staubig. Vor den „Dakar“-Teilnehmern liegt die schnellste Wertungsprüfung der gesamten 2014er-Ausgabe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wurde von den Veranstaltern mit 115 Kilometern pro Stunde berechnet – kaum eine WM-Sprint-Rallye ist derart schnell, obwohl nur das erste Teilstück zwischen San Luis und San Rafael tatsächlich Vollgas-Charakter hat. „Gerade auf den ersten 330 Kilometern braucht man einen schweren Gasfuß“, so Giniel de Villiers. „Es wird dazu vermutlich extrem staubig – und Überholen damit nahezu unmöglich sein.“ Doch der Charakter ändert sich auf den verbleibenden 100 Kilometern noch einmal schlagartig – typisch „Dakar“. Die grauen Dünen von Nihuil stehen auf dem Programm. Extrem steil und einem recht hohen, Kamelgras-artigem Vegetationsanteil machen diese Dünenquerungen besonders schwierig. Doch hinter den Dünen lauern weitere Gefahren: In manchen Dünen-Tälern finden sich kleine Seen, die extrem schlammig sind. Wer ihnen zu nah kommt, kann sich auf eine längere Zwangspause einstellen.

 

#302, Fahrtrichtung links: Giniel de Villiers

Wenn es eine Vielseitigkeitsauszeichnung im Motorsport geben würde, Giniel de Villiers wäre ein heißer Kandidat auf den Sonderpreis für das Lebenswerk. Der sympathische und bodenständige Rennfahrer aus Stellenbosch/Südafrika feierte fünf nationale Meistertitel im Tourenwagen-Sport Südafrikas, besiegte dabei unter anderem seinen späteren Teamchef im Volkswagen-Werksteam Kris Nissen und weitere europäische Top-Stars, bevor er in den Marathon-Rallyesport wechselte. Giniel de Villiers bezeichnet sich selbst als „outdoorsy person“, den es stets an die frische Luft zieht. Egal, ob mit dem Jetski oder dem Mountainbike, Giniel de Villiers ist deshalb immer „in Action“. Doch sportlich wie privat ist dabei kluge Besonnenheit ein absolutes Markenzeichen von „Ginny“. Seine Vita weist deshalb auch beim zweiten Karriere-Weg abseits befestigter Straßen und permanenter Rennstrecken Herausragendes aus: Gemeinsam mit seiner Beifahrerin Tina Thörner (S) belegte er mit Volkswagen anno 2006 Rang zwei bei der Rallye Dakar – ein Meilenstein, denn nie zuvor hatte ein Duo mit Diesel-angetriebenem Fahrzeug eine bessere Platzierung erreicht. Ausgerechnet bei der ersten Rallye Dakar außerhalb des Schwarzen Kontinents gelang 2009 der absolute Durchbruch, unterstützt von Co-Pilot Dirk von Zitzewitz: Gemeinsam feierte das Duo einen historischen Erfolg: Den ersten Sieg eines Afrikaners, den ersten eines Diesel-Automobils und den ersten in Südamerika überhaupt.

 

#302, Fahrtrichtung rechts: Dirk von Zitzewitz
Er ist nicht nur sprichwörtlich als Navigator geboren. Dirk von Zitzewitz erblickte das Licht der Welt an dem Ort, der ihm seit Jahren ein sportliches Zuhause ist: auf dem Beifahrersitz. Der aus Ostholstein stammende Co-Pilot gilt als einer der Besten seines Fachs. 2009 gewann er als Beifahrer gemeinsam mit Giniel de Villiers die erste jemals in Südamerika ausgetragene Dakar. Neuland? Für Dirk von Zitzewitz abseits befestigter Straßen der ideale Ort, sein instinktives Gespür zu zeigen, stets den richtigen Weg zu finden. Der Erfolg und sein Renommee in der Szene sind keineswegs Zufall: Schon als Teenager spielte Zitzewitz mit einem Kumpel und einem klapprigen alten Moped „Dakar“. Damals war das Event jung und international unbedeutend, zog den Offroad-begeisterten Norddeutschen jedoch bereits magisch an. Dirk von Zitzewitz gewann 15 Mal den Titel des Deutschen Enduro-Meisters, ehe er dreimal die Dakar auf dem Motorrad bestritt. Seit 2002 ist er mit unterschiedlichen Fahrern als Co-Pilot bei der Mutter aller Wüstenrallyes angetreten. 2012 schloss sich für Zitzewitz der Kreis: Zehn Jahre zuvor war er erstmals im Automobil angetreten – ebenfalls mit einem privat eingesetzten Toyota. 2014 geht die Kombination De-Villiers-von-Zitzewitz-Toyota in die dritte Runde. Dazwischen liegt ein großer sportlicher Erfolg: Insgesamt schlagen elf Podiumsresultate, davon fünf Siege bei 33 Etappensiegen und 31 Führungstagen im Automobil zu Buche. Damit gehört Dirk von Zitzewitz schon heute zu den erfolgreichsten Marathon-Rallye-Beifahrern aller Zeiten.

 

Die „Dakar“ im TV

Sonntag, 05. Januar 2014
23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 01. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
Montag, 06. Januar 2014
00:15 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 01. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
01:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 01. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
08:30 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 01. Etappe, Aufzeichnung vom Sonntag (Wiederholung)
10:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 01. Etappe, Aufzeichnung vom Sonntag (Wiederholung)
13:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 01. Etappe, Aufzeichnung vom Sonntag (Wiederholung)
23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 02. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
Dienstag, 07. Januar 2014
00:15 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 02. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
01:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 02. Etappe, Aufzeichnung vom Tage
09:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 02. Etappe, Aufzeichnung vom Montag (Wiederholung)
10:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 02. Etappe, Aufzeichnung vom Montag (Wiederholung)
13:00 Uhr Eurosport2 Rallye Dakar 2014, 02. Etappe, Aufzeichnung vom Montag (Wiederholung)
23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2014, 03. Etappe, Aufzeichnung vom Tage

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