Dirk von Zitzewitz 7. Etappe Dakar 2009

„Es ist viel passiert heute. Die Etappe fing sehr gut an. Wir haben einen guten Rhytmus durch den Sand gefunden, der sehr löcherig war. Es war sehr anspruchsvoll und gerade für das erste Auto sehr schwierig, einen guten Weg zu finden bzw. erstmal einen Spur zu machen im tiefen Sand. Wir waren gut davor.

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Bei km 120 hatten wir dann ein sehr lautes Rasseln im Getriebe und der vierte Gang war weg. Dazu kam noch, dass das Getriebe sehr schwierig zu schalten war und wir uns kaum noch trauten zu schalten. Vom dritten musste es dann in den fünften Gang, weil wir nicht wussten, ob der vierte geht oder in einem Loch hängen bleibt.

Ungefähr 10 km später haben wir dann einen Plattfuß dazu bekommen. Das war ‚ganz toll‘, weil es nicht so einfach war, in dem weichen Sand einen Platz zu finden, um den Reifen zu wechseln. Dabei ist dann Carlos vorbei. Wir sind dann weiter gefahren und haben beim Versuch runterzuschalten eine Kurve überschossen und standen vor einem riesigen Wasserloch. Da wollten wir nicht durch und mussten dann aus dem Unterholz wieder rausrangieren. Dabei ist Mark an uns vorbei. Wir sind dann hinterher und haben nichts mehr gesehen. Krass ist, dass Du Staub ohne Ende hast und plötzlich tauchen Wasserlöcher auf, weil es gestern nacht geregnet hat. Dadurch kam dann Schlamm.

Weil es bei uns anscheinend noch nicht reichte, fiel dann unser Scheibenwischer aus. Dann haben wir nichts mehr gesehen. Irgendwann ging er dann wieder, da haben wir uns auch gefreut. 15 bis 20 km vor dem Ziel hatten wir dann kein Scheibenwischwasser mehr. Da ging zwar der Scheibenwischer noch, aber es war eine braune Pampe, die auf der Scheibe verschmierte. Da haben wir dann einen Blindflug ins Ziel gemacht und waren echt froh als wir angekomen sind.

Da haben wir uns gesagt: „Ruhig bleiben, das ist Dakar. Das ist der Tag, an dem wirst Du geprüft. Da musst Du eben die Zähne zusammen beisen und Gas wegnehmen.“

Ich bin froh, dass wir das geschafft haben und hier sind beim Ruhetag. Wir liegen super gut im Rennen. Solche Tage können vorkommen und ich hoffe, wir haben nur einen davon. Die zweite Woche kann nur besser werden.“